Die Anwendung von Pixelverschiebungen bei der Verarbeitung von H-Alpha-Bildern mit dem Spektroheliographen ermöglicht es, verschiedene Bereiche des Sonnenspektrums gezielt zu untersuchen und somit Phänomene wie Filamente und Protuberanzen in Bezug auf ihre Blau- oder Rotverschiebung detailliert zu analysieren.
JSol’Ex - ein Programm zur Verarbeitung von Solaraufnahmen - bietet die Möglichkeit, durch Anpassung des Pixel-Shifts auch abseites der eingestellten Wellenlänge Auswertungen vorzunehmen. Standardmäßig identifiziert die Software die dunkelste Linie im Spektrum und rekonstruiert das Bild basierend auf diesem Zentrumspunkt. Durch die stufenweise Veränderung des Pixel-Shifts können blau- und rotverschobene Anteile der Wasserstofflinie erfasst werden.
Nachfolgende Bildserie zeigt eindrucksvoll, wie sich die jeweilige Pixelverschiebung auf die Bildgenerierung auswirkt. Ganz links ist die Sonne im Licht der H-Alphalinie bei einer Wellenlänge von 656,28 nm zu sehen. Die rechte Aufnahme mit einem Pixelversatz von 30 (= 1,88 Angström) zeigt die Sonne bereits im Kontinuum (Wellenlänge 656,468 nm; hier: 656,28 nm + 0,188 nm).
Diese Technik ist also besonders nützlich, um die Doppler-Verschiebung solarer Strukturen zu untersuchen. Man beachte die mit dem roten Pfeil gekennzeichneten Protuberanzen, welche hier blau- bzw. rotverschoben dargestellt werden. Beide Bilder wurden übrigens aus demselben Videofile erstellt. Der Pixelversatz in diesem Beispiel beträgt -3 bzw. +3 Pixel ( entspricht einer Wellenlänge von 656,261 Nanometer bzw. 656,298 Nanometer)
Dieses Bild des Spektralstreifens zeigt einen blauverschobenen Teil einer Protuberanz:
Auf Wunsch generiert JSol'Ex auch ein komplettes Doppler-Bild der Sonne. So lässt sich beispielsweise auf einfache Art und Weise die Sonnenrotation nachweisen.
Das Ganze macht echt Laune – und es gibt noch viel auszuprobieren. Also: dranbleiben, es geht weiter!
Clear Skies
Hermann